Seite:Der versteinerte Wald.pdf/16

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Kaufleute und zuletzt in Bombay bei einer Weltfirma tätig gewesen) ihm über den Schnabel fuhr …

„Still, Knirps! Du redest nieder Makulatur letzter Güte!“ sagte er halb scherzend. Viele Worte zu machen war nicht seine Art. Seine Freunde, der Ingenieur Tümmler besonders, nannten ihn daher auch Kürze-Würze … „In der Kürze liegt die Würze“ gehörte eben zu des breitschulterigen großen Mannes Lieblingsredensarten.

Der dicke Bolz hatte die Lage der kleinen Karawane in seinen Äußerungen nämlich sehr leicht genommen. Er war, obwohl Vorsicht bei ihm als bester Teil der Tapferkeit galt, der Überzeugung, daß man sich die verfolgenden Beduinen ohne Mühe vom Halse halten würde, daß Doktor Pinkemüller und Paul Loring sehr bald sich wieder einfinden und die weitere Entwicklung der Dinge einen durchaus günstigen Verlauf nehmen würde.

Weit ernster dachten der Ingenieur Tümmler und Ali Mompo über diese abermalige Begegnung mit den alten Widersachern, und Ring, der andere Ingenieur, und Doktor Wallner teilten diese Auffassung durchaus.

Die größte Sorge hatte man um das Ergehen der beiden freiwillig Zurückgebliebenen. Dann aber auch mußte man sich darüber schlüssig werden, ob die Reise nach Südwesten zur Küste hin sofort wieder angetreten oder ob man hier erst einige Tage rasten und frische Kräfte sammeln sollte.

Man kam zu keiner Einigung, beschloß dann, das Eintreffen Pinkemüllers abzuwarten, der von allen wohl am vertrautesten mit dem Innern Arabiens und den Sitten, Eigentümlichkeiten und Schlichen der braunen Bewohner war.

Inzwischen hatte die dunkle Wolkenwand den Mond verschluckt. Die Dunkelheit lastete jetzt mit dichten Schleiern über der Erde, und trotz der Möglichkeit ein Lagerfeuer anzuzünden, durfte man es doch nicht wagen. So lagerte sich denn alles mit Ausnahme des Somali und Heinz Brennerts, des Neffen Doktor Wallners, an einer grasbewachsenen Stelle dicht am Rande des Teiches und suchte den Schlaf herbeizuzwingen, um für alle Fälle

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W. Belka: Der versteinerte Wald. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 15. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_versteinerte_Wald.pdf/16&oldid=- (Version vom 31.7.2018)