Seite:Der versteinerte Wald.pdf/17

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

möglichst erfrischt den kommenden Ereignissen gegenübertreten zu können.

Ali Mompo und Heinz Brennert hatten sich erboten, die Wache bis zum Morgengrauen zu übernehmen. Sie durchschritten den versteinerten Wald und machten zunächst einmal die Runde um den ovalen Hain der verkieselten Stämme. Ihre Augen gewöhnten sich bald an die Dunkelheit, die hier draußen doch nicht so tief war wie in der engen Oase.

Da die beiden Gefährten, deren Rückkehr so sehnsüchtig erwartet wurde, von Norden kommen mußten, ebenso auch schlimmsten Falles die Verfolger, schritten der Somali und der hochgewachsene Jüngling einem Sandhügel zu, von dessen Spitze sie die Umgebung leidlich überschauen konnten. Hier warfen sie sich der Länge nach auf den weichen Boden und begannen, um sich munter zu erhalten, zu plaudern.

Heinz brachte das Gespräch auf die Goldschätze, die man in jenem Tale gefunden hatte, dessen Lage ein alter Wahhabit (Anhänger eines reformierten Mohhammedanismus) dem Chemiker Doktor Wallner und dem Ingenieur Ring verraten hatte.

Dieses Gold, zumeist in Barren von etwa zwanzig Pfund Gewicht, hatte man in einer Grotte des Tales nach längerem Suchen entdeckt und dann gleichmäßig unter die zehn Mitglieder der Karawane verteilt. Erst als vor drei Tagen infolge des Wassermangels die Reittiere diese wertvollen Lasten außer den Reitern nicht mehr schleppen konnten, waren die ganzen Goldschätze in einer Vertiefung eines steinigen Hügels vorläufig verborgen worden. Nur vorläufig, – denn es war beschlossene Sache bei den Gefährten, die Barren später mit Hilfe einer gut ausgerüsteten Expedition zurückzuholen.

Heinz meinte nun zu dem Somali, daß die Möglichkeit immerhin vorläge, die Beduinen könnten das Versteck ausfindig gemacht haben. – Ali Mompo widersprach. – „Wir haben alle Spuren, die darauf hindeuteten, daß ein paar von uns die Spitze jenes steinigen Hügels erklommen haben, auf das sorgfältigste verwischt“, sagte

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der versteinerte Wald. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_versteinerte_Wald.pdf/17&oldid=- (Version vom 31.7.2018)