Seite:Der versteinerte Wald.pdf/21

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

an einem Orte vereinten Dromedare fortzubringen und dadurch dem Feinde eine schnelle Verfolgung unmöglich zu machen, mußte bei einiger Vorsicht und List wohl gelingen. Dann aber konnte man geschlossen nach irgend einer Himmelsrichtung hin den Kreis der Einschließenden urplötzlich durchbrechen und brauchte nicht zu befürchten, die braune Bande sofort wieder auf den Fersen zu haben.

Der Plan war einfach und versprach Erfolg. Leider sollte dann aber die zuversichtliche Stimmung in der Oase kaum drei Stunden später nach der schlechten Seite hin umschlagen.

Die Gefährten hatten sich auf dem Beobachtungsstand abgewechselt. Die Reihe war gerade an dem dicken Karl Bolz gewesen, als von Nordwesten her, durch das Glas deutlich erkennbar, ein langer Zug von Reitern und Lasttieren sich dem Orte näherte, wo man das Lager der braunen Feinde vermutete.

Der rote Knirps hatte die anderen auf seine Beobachtung sofort durch aufgeregtes Fuchteln seiner Arme hingewiesen, und Ali Mompo, der die besten Augen besaß, nahm dann des Dicken Platz ein und wußte gleich darauf bestimmt zu melden, daß es sich fraglos um den Hauptteil des Stammes der Iringi handelte, der dort im Anmarsch sei, da in der Ferne auch noch große Staubwolken das Nahen von Herden, die auf den steinernen Wald zu getrieben wurden, anzeigten.

„Iringi mit Kind, Weib, Schaf, Ziege – alles, was haben!“ erklärte der Somali, indem er sich mißlaunig den Schädel kratzte.

Pinkemüller entfuhr ein; „Na – das fehlte gerade noch!“ Und der Bergingenieur Ring wieder meinte zu Paul Loring: „Schade, mein Junge, nun ist Dein schöner Plan zu Wasser geworden!“ –

Die Verstärkung, die der Gegner erhalten hatte, betrug nach Pinkemüllers Schätzung etwa zweihundert wehrfähige Männer.

„Zu viel für uns zehn – viel zu viel!” sagte der kleine, sehnige Doktor recht düsteren Tones. „Ich fürchte,

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der versteinerte Wald. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_versteinerte_Wald.pdf/21&oldid=- (Version vom 31.7.2018)