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weil sie weder Waffen noch Reittiere besaßen. Nun aber hatte es sich heraus gestellt, daß die im Dschebel el Dachali Überrumpelten fraglos sehr bald nach ihrer Freilassung einem anderen Trupp der Iringi begegnet und von diesem mit allem Nötigen ausgerüstet worden sein mußten. –

Nach diesem kurzen, für den Leser notwendigen Überblick über die früheren Erlebnisse der acht Deutschen hier in Arabien (siehe das vorige Heftchen: Die Schätze des Wahhabiten) kehren wir zu Doktor Pinkemüller und Paul Loring zurück.

Der Doktor wartete noch etwa fünf Minuten. Als er dann noch nichts von den Verfolgern erspäht hatte, erklärte er, man müsse jetzt schleunigst dem Haupttrupp folgen, da man sonst Gefahr laufe abgeschnitten zu werden.

Wie richtig er vermutet hatte, zeigte sich sehr bald. Die Iringi waren im Bogen um den Höhenkamm herumgeritten, hatten also ohne Zweifel die Verfolgten ebenfalls bemerkt und sofort geargwöhnt, daß ihnen ein Hinterhalt gelegt werden könnte. – Als der Doktor und Paul Loring jetzt auf ihren ein wenig ausgeruhten Dromedaren in schnellster Gangart sich einer vereinzelten Felsgruppe näherten, verriet ihnen eine Bewegung hinter mächtigen Steinblöcken, daß es ratsam wäre, diesem Orte auszuweichen.

Kaum befanden sie sich dann mit den Felsen auf einer Linie, als hinter diesen zehn Beduinen hervorsprengten, während sich auch der Weg nach Süden versperrt zeigte.

Der Ausgang dieser Jagd auf die beiden Deutschen konnte nicht lange zweifelhaft bleiben. Der Kreis der Verfolger schloß sich immer enger zusammen. Nur eine Lücke gab es noch nach Westen hin. Hätten der Doktor und Paul Loring Reittiere gehabt, die noch ebenso frisch waren wie die der Beduinen, dann würden sie es vielleicht auf ein Wettrennen haben ankommen lassen. So aber war daran gar nicht zu denken. Trotzdem rief Pinkenmüller jetzt dem Knaben zu, indem er auf einige recht seltsam geformte Felsen deutete:

„Wir müssen versuchen, jene verwitterten Steine dort

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der versteinerte Wald. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_versteinerte_Wald.pdf/8&oldid=- (Version vom 31.7.2018)