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4. Kapitel.
Der Diener Josef Strahl.

Der Abend zeigte ein noch unfreundlicheres Gesicht als der vorausgegangene Tag.

Es regnete, es wurde sehr früh dunkel, aber gerade diese Dämmerstunde, wo im Zimmer alle Umrisse der Möbel verschwimmen, und die Gesichter nur noch als hellere Flecken schimmern, sind Harsts einträglichste Zeit, wie er stets behauptet …

Einträglich deshalb, weil nach seiner festen Überzeugung diese Stunde des Übergangs zur Nacht, sofern man sie ohne künstliche Beleuchtung durchlebt, den Geist doppelt scharf arbeiten läßt, was – auch seine Behauptung – auf das Ausschalten äußerer Einflüsse zurückzuführen sein dürfte.

Wir warteten auf Direktor Matz vom Argus, der mit von der Partie sein sollte. Und während wir warteten, wurde es immer dunkler, aus der Richtung von Haralds Klubsessel glühte nur noch das feurige Pünktchen der Zigarette, und urplötzlich warf mein Freund in das beredte Schweigen die Frage ein:

„Wo hat der Bursche die weißen Maulwürfe her?! Aus Ungarn?! – Etwas umständlich wäre das …“

Zugegeben, daß ich an diesen Punkt überhaupt noch nicht gedacht hatte.

Die Frage anzuschneiden, war berechtigt. In Deutschland dürfte man nur zufällig einmal – falls überhaupt – auf Albino-Maulwürfe stoßen.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Der weiße Maulwurf. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1932, Seite 25. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_wei%C3%9Fe_Maulwurf.pdf/25&oldid=3267372 (Version vom 31.7.2018)