Seite:Der weiße Maulwurf.pdf/33

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

zerflatterte schließlich in ein paar Redensarten, die Kommissar Dwars vielleicht gegen bessere Überzeugung sich abrang. „Sie werden sich eben getäuscht haben … Strahl war nicht tot, Herr Generaldirektor … Und das Hineinziehen des weißen Maulwurfs in diesen fingierten Selbstmord dürfte ein Ablenkungsmanöver sein … – Ich möchte nicht länger stören …“ Er verabschiedete sich, ließ freilich zwei Beamte in Strahls Zimmer zurück, ohne dies näher zu begründen. Das ganze Auftreten des Herrn Dwars machte den Eindruck, als ob er weit mehr wüßte, als er sich anmerken ließ.

Auch wir begleiteten ihn, Lüning war nun wieder etwas hoffnungsvoller … „Wenn nur Strahl noch lebt ..!“, sagte er im Vorgarten … „Er wird schon gefunden werden … Vielleicht habe ich mich wirklich geirrt, er mag nur bewußtlos gewesen sein … Er hatte ja wahrlich keinen Grund, seinem Leben ein Ende zu machen …

Dwars nahm uns im Dienstauto mit. Er war still, in sich gekehrt, – plötzlich ließ er den Chauffeur wenden, ebenso plötzlich überfiel er uns mit der scharf hervorgestoßenen Bemerkung: „Ich möchte mir die bewußte Kiefer vor dem Sanatorium ansehen, meine Herren … Auch ich hatte einen Mann im Kino, leider nur einen … Der Windbüchsenschütze wollte Fräulein Berkamps Genesung hintertreiben, mild ausgedrückt. Herr Harst, Sie müssen nicht denken, daß wir am Alexanderplatz (Polizeipräsidium) schlafen … Gerbert hat mir alles gebeichtet, alles, auch von dem weißen Maulwurf … Eine Eildepesche ging nach Klausenburg, Antwort war in fünf Stunden da: Josef Strahl stammt aus Klausenburg und lebte dort als Diener des alten Fräulein Vilja Födösy, die in Klausenburg ein Haus besaß, dort war er Diener und Hausmeister. Wissen Sie von dem großen Prozeß gegen die drei Zigeuner, dem „Maulwurf-Prozeß“? Nun, Strahl war damals zweiundzwanzig Jahre alt … – – Stopp, – – steigen wir aus.“

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Der weiße Maulwurf. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1932, Seite 33. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_wei%C3%9Fe_Maulwurf.pdf/33&oldid=- (Version vom 31.7.2018)