Seite:Die Afterärztin Reuterin, aus Gerichtsacten gezogen.pdf/8

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ihre ordinirte Arzneymittel von erwünschter Wirkung wären, so wäre der Neid des Ortsbaders, des Physikars Neustadt, des Baders zu Wilhermsdorf und des Physikars Langenzenn sehr groß. – Sie könne keine Betrügerin seyn, weil sie nie mehr als 6 Kr. für Urinsehen genommen und Ordinationen unentgeldlich gethan habe.“

 Die Bürger Mt. Erlbachs führten noch zum Zeugniß ihrer ganz besondern Geschicklichkeit an, daß des Fleischmanns Ehefrau Besserung spüre, – des Schultheissen von Ober-Ulsenbach Tochter von der Epilepsie befreyet, – ein Mann, der an der hitzigen Krankeit ganz rasend war, hergestellt, – einem Eheweib, das durch Kinderhaben verdorben war, geholfen sey, – noch weit mehrere Proben könnten beygebracht werden – und baten daher um Befreyung und Schutz für diese Wunderärztin.

 Allein endlich ergab sich, daß auch diese Supplik ein betrügerisches Weiberwerk war. Die Fleischmännin erhielt sie von Wilhermsdorf zugeschickt, und auf dieser ihr Begehren unterschrieben solche andere Weiber in ihrer Männer Namen, ohne daß man ihnen etwas davon vorgelesen hatte.

 Abermahls wurde daher Reuterin des