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überhaupt die Begegnung mit einem Haifische; höchstens gebraucht er die Vorsicht, die unbedeckten Hände hinter dem Rücken verborgen zu halten, um die Fleischgelüste des Raubtieres nicht zu erregen. Alle haarsträubenden Geschichten von Kämpfen zwischen Tauchern und Haifischen sind reine Fabeln, wie die Gefährlichkeit der Tiere überhaupt sehr übertrieben wird. Etwas anderes freilich ist es, wenn ein Mensch über Bord zwischen die Haifische fällt.

Richard hob also die Pistole; allein schon bei dem ersten Ansatze zu dieser Bewegung schoß das Tier erschrocken davon. Doch da kam es bereits wieder zurück. Aber nein, das mußte wohl ein anderer Haifisch sein, der den Gegenstand seiner Neugierde näher betrachten wollte.

Jetzt lag die Pistole bereits im Anschlage, und plötzlich drückte Richard, der das Tier auf fünf Meter herankommen ließ, ab. Sofort entstand im Wasser ein Weg von Luftbläschen, dann traf die Glaskugel den Leib – der Haifisch war verschwunden und in Stücke und Fetzen zerrissen, die langsam, daß Wasser rötend, nach oben trieben!




Die erste Wanderung.

Der Boden, auf welchem Richard stand, schien sehr eng begrenzt, er hörte noch vor dem Kreise auf, welcher zu überblicken war, dann verlor er sich, und Richard nahm an, daß er sich auf der Spitze eines Hügels oder gar eines Berges befände. Er entzündete jetzt seine elektrische Lampe, die durch eine Blendvorrichtung einen intensiven Lichtstrahl warf, in dem man bis auf dreißig Meter alles deutlich sehen konnte, leuchtete herum und erkannte, daß seine Annahme richtig war. Er stand auf einem Gipfel, dessen Seiten jäh abfielen und der oben von dem Korallenpilze gekrönt wurde.

Bei dem ersten Schritte, den er machen wollte, schwebte

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Robert Kraft: Die Ansiedelung auf dem Meeresgrunde. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Ansiedelung_auf_dem_Meeresgrunde.pdf/9&oldid=- (Version vom 31.7.2018)