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Der alte Herr tat etwas Butter auf die Pfanne … Das Fett zischte, und Frau von Lauken meinte: „Bitte, Herr Haberlein, – helfen Sie mir doch … Mir zittern die Hände so … Fünfzehn Tropfen, bitte …“

Haberlein half … Die Tropfen fielen in den silbernen Teelöffel auf den Streuzucker.

„So – hier ist auch ein Glas Wasser, Exzellenz,“ sagte er in seiner freundlichen Art. „Übrigens täte ein Kognak bessere Dienste … Wenn ich damit aushelfen dürfte … Kognak wirkt schneller …“

Und er nahm die Pfanne vom Feuer und trippelte in sein Zimmer, erschien sofort wieder mit Flasche und Likörglas und trat bei Laukens ein. Exzellenz hatte die Tür halb offen gelassen.

„Guten Abend, gnädiges Fräulein …“ begrüßte er die noch immer recht farblose Sigi … „Hier – trinken Sie nur … Es wird Ihnen gut tun … Oh – nicht nippen! Herunter mit einem Zug … – So, das war brav!“

Und so neben dem gedeckten Abendbrottisch stehend, überflog er durch die Gläser seiner goldenen Brille die links neben Sigis Platz liegende Zeitung …

Es war die Beilage der Berliner Abendpost … Und in der rechten Spalte waren da am Rande zwei feine blaue Striche zu erkennen …

Einen Moment nur zogen sich Rentner Haberleins Augen zusammen …

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Die Antenne im fünften Stock. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Antenne_im_f%C3%BCnften_Stock.pdf/17&oldid=- (Version vom 31.7.2018)