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1. Kapitel.


Auf Welle 900 …


Sieglinde von Lauken trat vom Fenster zurück, ließ den gelben Vorhang fallen und ging ins Nebenzimmer, wo die verwitwete Exzellenz von Lauken, eine Brille auf der spitzen, kampflustigen Nase, an einer Filet-Antik-Decke eifrigst stichelte und gerade das Muster abzählte.

Sieglinde sagte atemlos:

„Mama, sie haben sie wieder herausgestreckt … Mit dem Operngucker sieht man’s ganz deutlich …“

Die Mama rief unwillig:

„Still, Sigi … Ich zähle …“

Die aschblonde Sigi schaute nach der Stutzuhr auf dem Damenschreibtisch …

Dachte: „Wieder genau halb zwölf … Das fünfte-mal also …!“

Ihre Exzellenz war jetzt mit dem Zählen fertig.

„Also, was sagtest Du, Kind?“ meinte sie, ohne von ihrer Arbeit aufzublicken.

„Die Antenne ist wieder herausgeschoben worden, Mama …“

Exzellenz zuckte die mageren Schultern …

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Die Antenne im fünften Stock. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 5. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Antenne_im_f%C3%BCnften_Stock.pdf/5&oldid=- (Version vom 31.7.2018)