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Gemeinsam traten wir den Rückweg an, gelangten auch unbekümmert unten in die Luitpoldstraße.

Hier lohnte Harald die beiden Einbrecher ab. Jeder erhielt noch zehn Mark. Sie bedankten sich wortreich und gingen mit ihrer leeren Handtasche davon.

Wir beide gingen bis zur Ecke der Martin-Luther-Straße und riefen ein Auto an. Der Chauffeur war ein älterer Mann von vertrauenswürdigem Aussehen. Harald verhandelte mit ihm, und der Chauffeur versprach, seinen Benzinvorrat zu ergänzen und sich nach einer halben Stunde hier wieder einzufinden.

Er kam auch. Er war genau instruiert worden, fuhr uns bis vor Luitpoldstraße 6 und hielt hier an der Bordschwelle.

Wir saßen im Innern des Kraftwagens und hatten das linke Türfenster hinabgelassen. Harald konnte den Eingang von Nr. 9 bequem überblicken, auch einen Teil des Bürgersteiges …

Wir machten uns auf eine lange Geduldsprobe gefaßt …

Es kam jedoch anders.

Wer die Luitpoldstraße kennt, weiß, daß sie eine der ruhigsten des alten Berliner Westens ist.

Sehr selten gingen Leute vorüber …

Jeder wurde scharf aufs Korn genommen …

Die Nacht war nicht gerade kalt. Trotzdem froren wir sehr bald.

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Walther Kabel: Die Antenne im fünften Stock. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 53. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Antenne_im_f%C3%BCnften_Stock.pdf/53&oldid=- (Version vom 31.7.2018)