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Kaum hatte ich dies, tatsächlich von Widerwillen erfüllt, hervorgestoßen, als Mary hastig in den Flur stürmte und die Wohnung verließ. Nach ein paar Minuten fiel mir ein, daß sie keinen Hausschlüssel hätte und daß ich sie hinauslassen müßte. Ich folgte ihr, sah nun aber, daß die kleine Tür, die von der aufgestockten Etage auf das Dach führt, weit offen stand. Ich ahnte, daß Mary diesen Weg gewählt, trat auf das Dach hinaus und hörte plötzlich aus der Richtung der Parallelstraße, der Winterfeldtstraße, einen Schuß, erkannte auch dort drüben auf einem der Dächer eine zusammensinkende Gestalt, lief hin und – fand Mary bereits tot. In meiner ungeheuren Verwirrung malte ich mir die Folgen dieser Selbstmordes für mich selbst in schwärzesten Farben aus. Ich dachte an meinen geheimen Sender, meine Erfindung, auch an die Verfolgung durch die Meuchelmörder, sah uns schon als Mittelpunkt einer Untersuchung und – – wollte deshalb Mary vom Dache wegschaffen, damit niemand ahnte, daß sie von unserer Wohnung gekommen. So trug ich sie denn in die leere Wohnung jenes Hauses hinab. Ich kannte diese Wohnung, denn ich hatte sie gegen die meine tauschen wollen. Ich nahm Mary auch alles ab, was zu ihrer Feststellung hätte dienen können. Wie gesagt, ich handelte in einer unglaublichen Verwirrung. – Als ich dann Lizzia das Geschehene mitteilte, fiel sie in Ohnmacht. Erst nach Stunden war sie wieder so weit Herrin ihrer Sinne, daß

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Die Antenne im fünften Stock. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 91. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Antenne_im_f%C3%BCnften_Stock.pdf/91&oldid=- (Version vom 31.7.2018)