Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/146

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Untersuchung der Kolonisationszustände baten, verschickten.

Das, was wir am meisten hofften und erwarteten, eine Antwort, kam nicht; aber eine andere gute Folge dieses unseres Schrittes, eine Folge, an welche wir nicht im geringsten dachten, stellte sich ein: wir konnten dadurch die andern Kolonisten von einem groben Auftritte gegen das Haus Vergueiro abhalten. Durch das bekannte Resultat der am 24. August eröffneten Jahresrechnung, der von 740 oder gar von 798 auf 467 Reis heruntergesunkenen Kaffeebezahlung und der schrecklichen Schulden nämlich, wurden die Kolonisten böse; sie merkten, daß sie in gar arger Weise betrogen werden, und einmal zu dieser Erkenntniß gekommen, fingen sie auch an, das Kommissionsgeld, den Zins der meistens unverzinslichen Gemeindevorschüsse etc. etc. ernster anzuschauen, als sie es bis dahin gethan hatten, kurz es erwachte eine Unzufriedenheit, welche, durch die Sehnsucht nach einer bessern Lage unterstützt, bald auf den mir immer sehr verhaßten Weg der Revolution hätte treten können, um so mehr noch, da die damals auf Herrn Luiz Vergueiro sehr erbitterten Herren Direktoren Jonas und Schmid, wahrscheinlich in Hoffnung auf ein Avancement, einen Aufstand eifrig zu wünschen schienen und zu diesem Ende die Kolonisten mit manchen gegen sie verübten Ungerechtigkeiten bekannt machten, wovon die Letzern noch wenig wußten. Wie wir zu bemerken glaubten, war es Plan dieser beiden Herren, sich nach erfolgtem Aufstande an die Spitze der Aufgetretenen zu stellen und mit Hilfe derselben es dahin zu bringen, daß Luiz Vergueiro von seiner Verwalterstelle verdrängt und durch Jonas ersetzt werde; und Schmid an die Stelle des Jonas trete. Allein von einer solchen Veränderung erwarteten wir Verbündete kein Heil, und wir verabredeten uns, die Leute von einem derartigen Unternehmen möglichst abzuhalten. Wir glaubten, dieses am nachdrücklichsten thun zu können, wenn wir den Kolonisten sagen: „Seid ruhig und unverzagt; denn es ist bereits ein Schritt geschehen, um auf dem rechten, gesetzlichen