Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/147

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Wege Hilfe zu finden, auf welchem Wege wir mehr erlangen, als durch eine Revolution; wir haben nämlich schon an das schweizerische General-Konsulat in Rio de Janeiro geschrieben und unter Anderm um eine Unterschuchung der hiesigen Zustände gebeten, in deren Gefolge dann schon etwas Besseres kommen wird.“

Solche Vorstellungen hatten zur Folge, daß der große Unwille der Kolonisten sich zwar nicht legte, daß er aber doch in den gehörigen Schranken blieb. Eine andere Folge dieser Vorstellungen war die, daß die Leute nun sahen, daß ich mich durch die Lobeserhebungen, durch meine verbesserte Lage u. s. w. nicht habe blenden und gegen die Andern gleichgiltig machen lassen, sondern daß ich auch für ihr Wohl bedacht sei, und diese Wahrnehmung, die sie früher leider wenig genug machen konnten, rief in ihnen das größeste Zutrauen und die ergebenste Anhänglichkeit an mich hervor, ein Zutrauen und eine Anhänglichkeit, worüber ich in der Folge oft sehr froh sein mußte; denn ohne diese wäre es oft fast oder gar unmöglich gewesen, die Leute auf dem rechten Wege zu halten.

Hätte das Haus Vergueiro die später zwischen ihm und den Kolonisten entstandenen stärkern Reibungen und widrigen Auftritte nicht selbst veranlaßt, so wären die Letztern ganz ruhig geblieben; sie hätten stille gewartet, bis ich Antwort auf das Schreiben vom 15. Oktob. erhalten und die weiters zweckmäßigen Schritte gethan hätte, und bis die von ihnen gewünschte Untersuchung durch das schweizerische General-Konsulat und durch den Abgeordneten von 6 schweizerischen Kantonsregierungen, dessen Anrücken uns durch Privatbriefe angezeigt wurde, eingetreten wäre. Allein das Haus Vergueiro, das durch seine Späher die Unzufriedenheit der Kolonisten bemerkte und bemüht war, dieselbe zu legen, wählte dazu diejenigen Mittel, durch welche dieser Zweck nicht nur nicht erreicht, sondern das gerade Gegentheil von dem Gewollten bewirkt wurde. Ein Männerchor, der durch das Koloniedirektorium, als dieses mit Herrn Luiz Vergueiro