Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/151

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meine geringste Einladung oder Veranstaltung, ja ohne daß ich während der so eben bemeldeten Unterredung mit Herrn Direktor Jonas nur das Geringste davon wußte, 45 schweizerische Kolonisten in mein Haus, um theils gegen allenfallsige Gewaltsmaßregeln des Herrn Vergueiro und der Direktion, als: Einsperrung oder plötzliche Wegjagung Einzelner von der Kolonie, wie es ja Einige von den ersten deutschen Ansiedlern erfahren hatten, und wie es nach Aeußerungen des Herrn Schmid wieder zu erwarten stand, sich durch Vereinigung die nöthige Kraft zu verschaffen; theils kamen sie, um zur Verhütung von unbesonnenen und schädlichen Schritten dieser oder jener Kolonisten die zweckdienlichen Verabredungen zu treffen. Noch ein Zweck dieser Zusammenkunft war der, daß man sich über die gesetzlichen Mittel und Wege berathen wollte, durch welche Hilfe erlangt werden könnte. Zuerst machte ich diese Versammlung mit denjenigen Schritten bekannt, welche wir Verbündete schon gethan hatten, entwarf darauf ein Abkommniß, las dieses vor und ließ es nach der einstimmigen Annahme von allen Versammelten unterzeichnen. Zugleich wurde aus den Versammelten eine Kommission von 8 Mitgliedern, welche später noch 2 andere an sich zogen, gewählt. Diese Kommission sollte, um die öftere Einberufung aller Unterzeichneten vermeiden zu können, die minderwichtigen Geschäfte besorgen und am nächstfolgenden Tage der Direktion den Inhalt unsers Abkommnisses ganz mittheilen, damit sie erfahre, was wir beabsichtigen, und damit nicht der Schein auf uns falle, als ob wir im Verstecke schlechte, verbrecherische Pläne aushecken.

Das ganze hier geschlossene Abkommniß findet sich sammt den ersten und den spätern Namensunterschriften genau in Beilage Nr. 3.

Daß dieses unser Abkomniß nothwendig gewesen sei, bewies sich schon am Abend des gleichen 22. Dezembers. Heinrich Ryffel ging nämlich, begleitet von Felix Hoffmann, an diesem Abende nach der Fazenda, um dem Lehrer Alscher die Beschlüsse des Gesangvereines wegen Abnahme der Kasse