Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/152

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und Entlassung aus dem Vereine anzuzeigen. Bei diesem Anlasse fing Herr Luiz Vergueiro mit Ryffel über dessen Tags zuvor gemachte Aeußerung, Herr Vergueiro sei ein Schelm u. s. w., einen heftigen Streit an und befahl ihm, am folgenden Tage die Kolonie zu räumen. Zu Hoffmann, der gegen Ende dieses Streites dem Ryffel beistand, sagte Herr Luiz Vergueiro unter Anderm: „Zahlen Sie Ihre Schulden, und gehn Sie zum Teufel!“ Darauf antwortete ihm Hoffmann: „Wann ich meine Schulden bezahlt habe, dann können Sie mir in den Hintern chuchen, dann frage ich Sie nicht mehr, wo ich hingehen solle.“ Derartige Befehle hätten ohne allen Zweifel gehörige Nachachtung erhalten, wenn unser Abkommniß nicht schon vorhanden gewesen, und wenn solche kleinere Sachen durch die in Folge des Abkommnisses bald eingetretenen größern Ereignisse nicht in den Hintergrund gestellt worden wären.

Auftragsgemäß theilte die Kommission der Kolonisten am Abend des 23. Dezembers dem Herrn Direktor Jonas das Abkommniß mit. Obschon das darin ausgesprochene Ziel im Grunde nichts Anderes war, als was der Direkotr mir Tags zuvor selbst als das Beste bezeichnet hatte, nämlich: Hilfesuchen bei den zuständigen Behörden: so war er nun doch mit unserm Schritte nicht einverstanden. Er stellte sich, als verstände er unser Verlangen nicht, und immer wollte er, nachdem wir ihm klar und wiederholt gesagt hatten, daß die Kolonisten bei den rechmäßigen Behörden Hilfe suchen, namentlich auf eine Untersuchung dringen und hievon ihm jetzt Anzeige machen wollen, aufs Neue wissen, was wir wünschen oder verlangen. Im Verlaufe dieses Gespräches gab es dann auch etwas bittere Erörterungen über den Zins des den Kolonisten von den Gemeinden gemachten unverzinslichen Vorschusses, über das Kommissionsgeld, über das Verhältnis von 3 Alq. Kaffee in der Hülse zu 1 Arroba reinen Bohnen und über sonst zu kleine Bezahlung des Kaffees. Man sagte unter Anderm, daß nicht nur während der Rechnung, sondern schon vor einem Jahre eine viel größere Kaffeebezahlung,