Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/156

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begann eine Debatte, welche von Vater und Sohn Vergueiro, wie auch vom Direktor sehr hitzig geführt und am Ende für mich gefährlich wurde. Diese Debatte in gehöriger Ordnung darzustellen, ist mir unmöglich. Befehle, Fragen und anderartige Erörterungen folgten so schnell auf einander und kamen so durch einander, daß gewiß der gewandteste Mann nicht auf Alles hätte hören können, und mehrere gutgestiefelte Advokaten kaum im Stande gewesen wären, auf Alles Antwort und Auskunft zu geben. Wiederholungen gab es schrecklich viele, und das Nämliche erhielt die verschiedensten Variationen. Kaum hatte ich angefangen, auf die Angriffe von Einem zu antworten, so kamen Andere mit Befehlen, Verboten u. s. w., und Jeder verlangte, daß ich auf ihn höre und ihm Antwort gebe. Ich stelle das Hauptsächlichste von dem, was Jeder sprach, zusammen und mache mir nicht die vergebliche Mühe, Alles in die Reihenfolge zu stellen, in welcher es folgte. Dieses gilt auch von meinen Antworten.

Der alte Herr Senator Vergueiro äußerte sich immer mit schrecklich laut tönender, befehlender Stimme, in einem Zorne, der ihn, den großen, dicken, eisgrauen Mann heftig schüttelte. Immer begann sein Dolmetscher: „Der Herr Senator befiehlt Ihnen,“ oder: „Der Herr Senator verbietet Ihnen,“ auch: „Der Herr Senator beschuldigt Sie“. Der Inhalt seiner Befehle, Verbote und Beschuldigungen war folgender: Es sei mir strenge verboten, ohne seine Erlaubniß und ohne Beisein des Direktors irgend welche Versammlungen, auch die Schule, zu halten, und das Haus ziehe sein Versprechen, mir 103 Milreis an den Gehalt zu geben, zurück. Ich dürfe, so lange ich in seinem Hause wohne, mich an keine höhere Behörde wenden und nirgends Klage führen; die brasilianischen Gesetze verbieten solche Schritte, wie ich thun wolle (Hilfesuchen bei höhern Behörden etc.). Ich solle mich (von der Kolonie) packen und ruhig verhalten. Ferner sagte er, ich sei ein Revolutionär, ein Schüler Oswalds; man wisse, was ich an ihn geschrieben habe; ich habe die Revolution angeregt etc. Auf diese seine Aeußerungen entgegnete