Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/157

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ich ungefähr Folgendes: „Von 85 schon vereinigten Kolonisten, die sich alle solidarisch für einander verpflichtet haben, bin ich ein einziger, kann also ohne Zustimmung der Uebrigen auch in Bezug auf meine Person nicht das Geringste zugeben oder versprechen, auch am vorgesetzten Plane Nichts abändern, sondern muß vielmehr an dem Vorhaben, eine Untersuchung hervorzurufen, fest und unbeweglich halten. Ich will den Kolonisten Alles vorlegen und hören, was sie sagen, bin aber überzeugt, daß sie bei ihrem Vorhaben bleiben werden.“ Ferners: „Sollte man in Brasilien bei keiner höhern Behörde Hilfe suchen dürfen, so wüßte ich nicht, was ich von diesem Lande halten müßte.“ Weiters: „Ein Revolutionär bin ich nicht, sondern ich habe im Gegentheil durch das Abkommniß und durch meine frühern Schritte eine Revolution verhindert. Wahrscheinlich wäre eine solche entstanden, wenn die Sache durch das Abkommniß und durch meine frühere Thätigkeit nicht auf den rechten Weg geleitet, und die erhitzen Gemüther dadurch nicht beschwichtigt worden wären.“ Endlich: „An den Oswald habe ich ein einziges Mal geschrieben, aber keine Antwort erhalten.“[1]

Herr Luiz Vergueiro wiederholte meistens Dasjenige, was sein Vater gesagt hatte; zwischen ein frug er gar oft, was die Kolonisten verlangen. Sie wollen, sagte er, jedes Unrecht gut machen, und mit ihrem Wissen geschehe keinem einzigen Kolonisten nur ein Haar Unrecht. Immer befehlen sie dem Direktor, gegen Niemand ein Unrecht zu begehen. Viele Male mußte ich ihm zur Antwort geben: „Die Kolonisten verlangen jetzt vom Hause Vergueiro gar Nichts; sie wollen nur eine unparteiische, gerechte Untersuchung der ganzen Sache, damit sich heraustelle, ob das Haus seine Pflichten gegen die Regierung und die Kolonisten erfüllt habe, ob diese zu ihren Klagen Ursache haben oder nicht. Zeigt es sich dann, daß sie zu ihren Klagen Ursache haben, so werden sie die weitern gesetzlichen Wege einzuschlagen wissen; im andern

  1. Zu der Frage, wie die Herren wissen können, was ich an den Oswald geschrieben habe, ließ man mir keine Zeit.