Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/159

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(er wollte ihn mir in die Hände geben, aber ich wies ihn mit der Versicherung, daß ich seinen Inhalt kenne, zurück), frug er mich, ob ich ihn gelesen habe. Ich sagte: „Ja.“

Er: „Haben Sie ihn unterzeichnet?“ „Ja.“

„Wissen Sie, was darin steht?“ „Ja.“

„Wissen Sie denn nicht, daß Sie unterzeichnet haben, Sie wollen 3 Alqueiren auf 1 Arroba liefern?“ „Nein, das weiß ich nicht.“ Im Weitern beantwortete ich ihm diese Frage ungefähr auf die Weise, wie ich mich einige Stunden vorher dem Herrn Direktor Jonas gegenüber in Betreff dieses Punktes ausgesprochen hatte. Man wollte mir dann vorgeben, daß 3 Alqueiren zuweilen mehr; zuweilen aber auch weniger als 1 Arroba, geben. Ich aber sagte: „Die Kolonisten glauben, daß es immer mehr und nie weniger gebe.“

Als man merkte, daß ich mich nicht überwältigen lasse, sagte Herr Dr. Gattiker: „Nun also, was weiter?“ „Weiter glauben die Kolonisten,“ sagte ich, „daß ihnen auch sonst noch zu wenig für den Kaffee bezahlt werde. Als man anfing zu rechnen, hieß es von bedeutend größerer Bezahlung des Kaffees, ja man bot sogar Einigen ziemlich viel mehr an, als endlich bezahlt wurde, und zudem haben die Kolonisten gehört, daß der Kaffee in Santos ziemlich viel mehr gelte, als man ihnen hier angibt.“

Gegen das Ende dieser meiner in völligster Ruhe und Kaltblütigkeit gemachten Auseinandersetzungen verwandelte sich die Debatte, welche gegen eine halbe Stunde gedauert haben mochte, und in welcher sich sehr deutlich eine entsetzliche Furcht vor einer Untersuchung zeigte, in einen wahren Tumult. Die beiden Herren Vergueiro, Herr Direktor Jonas und Herr Lehrer Alscher standen auf, und furchtbar zornig, aber in der mir unverständlichen portugiesischen Sprache ausgesprochene Worte übertönten einander und bewiesen mir deutlich, daß da die fürchterlichste Gereiztheit und Rachsucht herrsche, und daß von Seite der meisten dieser Herren Schlimmes geschehen