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Zwiebacken und die Büchse Konservenfleisch im Tornister, außerdem aber auch noch andere gute Sachen, die er mit nach vorn in den Schützengraben hatte nehmen wollen, darunter ein halbes Kommißbrot, das er mit Bindfaden über dem Kochgeschirr festgebunden hatte. Dieses selbst war mit den Liebesgaben gefüllt, die freundliche Leute den Ersatzmannschaften während der Eisenbahnfahrt auf den Bahnhöfen zugesteckt hatten.

August Plautsack war ein starker Esser. Trotzdem hielt er jetzt weise Maß, um seine Vorräte zu schonen. Zum Beschluß nahm er dann einen Schluck Kaffee aus der Feldflasche und zündete sich eine Zigarre an, die zwar recht kräftig auf der Zunge biß, aber immerhin noch etwas nach Tabak roch.

So kam der Abend heran und bald auch die Nacht. Das Geschützfeuer verstummte nicht. Plautsack wußte jetzt Bescheid. Hatte man doch schon beim Regimentsstabe in dem völlig zerstörten Dorfe Saint-Pierre gemunkelt, daß die Engländer und die Franzosen gerade an dieser Stelle Vorbereitungen für eine Offensive größten Stils träfen. Und das Trommelfeuer draußen war eben der Auftakt der kommenden Ereignisse.

Unser Musketier schlief schließlich wieder ein. – Aber auch der neue Tag brachte keine Ruhe da draußen, verging bis gegen die vierte Nachmittagsstunde in derselben Weise: unaufhörliches Geschützfeuer, krachende Geschoßeinschläge in die Schlucht und fortwährendes Erzittern der Höhlendecke, von der bisweilen sogar einzelne Stücke polternd herabfielen.

Genau um vier Uhr schwieg der nervenaufpeitschende Lärm urplötzlich. Nur von deutscher Seite her spien die

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Die Höhlen von Saint-Pierre. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 13. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_H%C3%B6hlen_von_Saint-Pierre.pdf/14&oldid=- (Version vom 31.7.2018)