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Kampfes immer deutlicher bis in seine Höhle herabdrang und er aus einzelnen gellenden Schreien, Kommandorufen und den deutlicher werdenden Schüssen entnehmen konnte, daß seine Landsleute langsam zurückgedrängt wurden …! Mit jagenden Pulsen stand er unter der jetzt nur noch schlauchähnlichen Öffnung, den Kopf ständig nach oben gebeugt, daß ihm schon die Nackenmuskeln schmerzten.

So verging eine gute Viertelstunde. Das Gewehrfeuer war wieder abgeflaut. Bisweilen glaubte er nun auch Rufe und Schritte in nächster Nähe zu hören. Und dann – der herabrieselnde Sand wäre ihm beinahe in die Augen gefallen – sah er über sich zwei menschliche Körper, die sich in den nach oben zu sich erweiternden Trichter der geborstenen Granate hineinschmiegten. Gleich darauf eine Stimme, bei deren Klang er förmlich hochfuhr …:

„Lassen Sie mich hier liegen – ich kann nicht mehr weiter …!“

Wie durch ein Sprachrohr drangen die Worte zu Plautsack herab.

Der Sprecher konnte nur Max sein, nur Siegfried Balder!

Und sofort formte er die Hände zur Muschel und brüllte mit Aufbietung aller Kräfte nach oben:

„Hallo – Max! Hier ist …“

Weiter kam er nicht. Unter den Füßen der beiden Feldgrauen war die Erde ins Rutschen gekommen. Erst sauste der eine abwärts, dann der andere, und beide landeten dicht vor dem jetzt ganz glücklich lächelnden Plautsack, der sich schnell bückte und dem Freunde wieder auf die Beine half.

Das war ein Wiedersehen, wie’s unerwarteter kaum

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Die Höhlen von Saint-Pierre. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 15. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_H%C3%B6hlen_von_Saint-Pierre.pdf/16&oldid=- (Version vom 31.7.2018)