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nicht geringen Entsetzen sah er, daß die beiden Artillerietreffer ihnen jetzt jeden Ausgang nach der Oberwelt vollständig versperrt hatten. Mit den ihnen als Grabwerkzeuge lediglich zur Verfügung stehenden Seitengewehren war es unmöglich, sich einen Weg durch diese Erd- und Felsmassen zu bahnen.

Als der Gefreite dies seinen beiden Kameraden mitteilte, sagte Plautsack mutlos. „Dann sitzen wir hier also wirklich jetzt wie Mäuse in der Falle und sind dem Hungertode preisgegeben!“ – Auch der blonde Assistent verfiel in einen Zustand dumpfer Verzweiflung, aus dem Blenkner ihn erst durch die Bemerkung wachrüttelte, daß noch lange nicht jede Hoffnung geschwunden sei, da er bestimmt annehme, daß die Höhle nach Westen zu eine beträchtliche Ausdehnung und sicherlich irgendwo eine Verbindung mit der Außenwelt habe, was schon daraus hervorgehe, daß die Luft hier unten so verhältnismäßig rein sei. –

Bisher war es den Gefährten nicht gelungen, die breite und tiefe Spalte, neben der sie ihr Lager aufgeschlagen hatten, zu überwinden. Freilich hatte Blenkner es auch nur bei einem Versuche bewenden lassen, da er hierzu Beleuchtung brauchte und er diese sparen wollte. Nun aber zwangen ihn die veränderten Umstände dazu, mit allen Mitteln die Überquerung der Kluft zu betreiben. – Diese war etwa fünf Meter, stellenweise auch bis zu acht Meter breit, zog sich, wie schon erwähnt, von Wand zu Wand und erstreckte sich an beiden Seiten als tiefer Schlund noch weit in die Gesteinsmassen hinein. Umsonst zerbrach Blenkner sich jetzt den Kopf, wie man auf die andere Seite der Spalte hinübergelangen könne. Der

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Die Höhlen von Saint-Pierre. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_H%C3%B6hlen_von_Saint-Pierre.pdf/27&oldid=- (Version vom 31.7.2018)