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des Bodengesteins. Das andere Ende war schon vorher in gleicher Weise drüben verankert worden.

Es kostete dem Gefreiten dann recht viel gutes Zureden, bevor der blonde Feldgraue als erster sich dazu entschloß, mit Hilfe dieser schwankenden Verbindung über die Spalte hinüberzuturnen. Ihm folgte schließlich auch der dicke Plautsack, der die fürchterlichsten Grimassen schnitt, als er, mit beiden Händen das Tau umspannend, über dem Abgrund hing. –

Genau abends neun Uhr traten die drei Gefährten die Wanderung durch die ihnen nunmehr zugänglich gewordenen weiteren Räume der Höhle von Saint-Pierre an, wie Blenkner diese nach dem nahen Dorfe getauft hatte. Ziemlich steil ging es zunächst gut hundert Meter über rissigen Fels abwärts. Dann verbreiterte die bisher vielleicht vierzig Schritt breite Grotte sich plötzlich zu einem weiten Gewölbe von ganz ungleichmäßiger Höhe, dessen Boden sich nach der Mitte zu senkte und eine mit Wasser gefüllte, große Mulde bildete. Die Luft war auch hier recht gut und sogar weniger kellerfeucht als in dem oberen Teile, in dem die Feldgrauen bisher gehaust hatten.

Dieser riesige, unterirdische Dom mit seiner phantastischen Deckenform und den überall umhergestreuten, zum Teil recht wunderbar gestalteten Gesteinsbrocken hatte nach Westen zu zwei weitere Ausgänge, von denen der eine jedoch sehr bald vor einem Schacht von solcher Breite mündete, daß das Laternenlicht nicht hinreichte, um die gegenüberliegende Seite erkennen zu lassen. Der andere tunnelähnliche Gang stieg dagegen langsam an, zog sich, sehr verschieden breit, gut hundert Meter in stets westlicher

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Die Höhlen von Saint-Pierre. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_H%C3%B6hlen_von_Saint-Pierre.pdf/29&oldid=- (Version vom 31.7.2018)