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Richtung unter der Erde entlang und endete schließlich in einer geräumigen, quadratischen Halle, deren Wände nicht etwa aus dem bisherigen grauweißen Kalkgestein, sondern aus jenen Ziegeln ausgeführt[1] waren, wie man sie überall in Frankreich bei den uralten Bauten der römischen Legionen verwendet findet, so besonders bei den Wachttürmen, die der große Eroberer Julius Caesar überall in dem eroberten Lande der Gallier errichten ließ.

Dieses unterirdische, ausgemauerte Gelaß war nicht etwa leer, sondern enthielt außer einem rohen Steinherde in der einen Ecke noch verschiedene, aus dicken, nachgedunkelten Eichenbrettern gezimmerte Verschläge, deren Türen allerdings längst aus den von Rost völlig zerfressenen Angeln herausgefallen waren. Außerdem gab es hier aber auch an der Rückwand eine zum Teil schon eingestürzte Steintreppe, die durch ein viereckiges Loch in der Decke hindurchführte.

Mit leicht erklärlicher Spannung klomm Blenkner die Stufen empor, gefolgt von den beiden Kameraden, die ihm gern überall den Vortritt ließen. Aber des Gefreiten Hoffnung, von hier aus vielleicht irgendwie ins Freie gelangen zu können, erfüllte sich nicht. Das obere Gemach war größtenteils mit Schuttmassen ausgefüllt, und nirgends ließ sich etwas wie eine Öffnung oder dergleichen erkennen, die die Oberwelt mit diesen Gelassen verband, von denen Blenkner mit Recht annahm, daß sie die untersten Kellergewölbe eines alten, längst eingestürzten und wahrscheinlich von Erdreich schon wieder bedeckten römischen Wachtturmes darstellten.

Enttäuscht wollten die Gefährten wieder kehrtmachen, als von oben her mehrere dumpfe Detonationen bis zu


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W. Belka: Die Höhlen von Saint-Pierre. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_H%C3%B6hlen_von_Saint-Pierre.pdf/30&oldid=- (Version vom 31.7.2018)