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Steinen, einige Büsche, ein paar dürre Bäume, Zelte, Köpfe von Tieren, ruhelose menschliche Gestalten.

Es wurde heller, und Mary und ich und Freund Fennek duckten uns ins Geröll.

Die Konturen des Bildes vor uns wurden schärfer, – trotzdem hatte das Ganze etwas seltsam Unwirkliches an sich in dieser gespenstischen Beleuchtung des Dämmerlichtes kurz vor Sonnenaufgang. – Die Felsnase war wie ein spitz zulaufender Balkon, bildete ein Dreieck, dessen Grundlinie aus einem Wall von Felstrümmern bestand. Nur ein Felsrutsch rechts von dem himmelhohen Abhang konnte diese Sperre hervorgerufen haben. Ich bemerkte auch die Stelle, wo die Rinne der Steinlawine das dunkle Granitgefüge eingekerbt hatte. Der Wall war sehr hoch, und er war gleichsam lebendig. Oben zwischen den Blöcken glitten Affen hin und her – blitzschnell … Es waren die Belagerer, und Gabara war hier seit Wochen der Belagerte.

Wir sahen noch mehr …

Über die Steinbrüstung glitt eine große, an Riemen befestigte Kalabasse und pendelte abwärts bis zu einer Quelle, die aus der Ostwand des Abgrundes in dickem Strahl hervorschoß.

So holten Gabaras Krieger das Wasser empor …

Ein Steinhagel prasselte plötzlich, von unsichtbaren Händen geschleudert, die Felsenkanzel hernieder, Steine, die der Kalabasse galten …

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 104. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/105&oldid=- (Version vom 31.7.2018)