Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/117

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„… Ihren Willen irgendwie zu respektieren,“ fügte ich in ihrem eigenen hochfahrenden Tone hinzu, „– – dazu hatten wir wirklich keinen Grund. Aber mit Gabara abzurechnen und einmal festzustellen, was Sie, Miß, hier eigentlich treiben, – das war ein sehr triftiger Grund zur Umkehr. Oder – – sind Sie hier Statthalterin Seiner Majestät des Kaisers von Abessinien?! Wohl kaum!“

Sie lachte leise, und ihr Gesicht ward plötzlich strahlender Sonnenschein. „Bravo, Mr. Abelsen! Ein ganzer Kerl – ja, – Sie!! Aber Turst?! – Trotzdem, – – ich danke Ihnen … Geben Sie mir ruhig die Hand, Sie … tollkühner Torero! Ich sah schon so manches, – solchen Schuß noch nie! Sie müssen Nerven haben wie Taue …!“

Unsere Hände ruhten ineinander, unsere Augen auch, und … was Mary Marlon nur halb erreicht hatte, das brachte diese Frau hier in Sekunden zustande: Ich fühlte, daß Lylian Garden mir nie mehr aus dem Gedächtnis entflattern würde wie ein schöner, seltener Falter, den man in der Einsamkeit antrifft und den man besitzen möchte und der doch nur auf den leuchtenden Flügeln den vergänglichen Glanz feinster Staubteilchen trägt …

Sie wurde rot und senkte den Kopf …

„… So und nicht anders habe ich Sie mir vorgestellt – genau so,“ sagte sie etwas scheu … „Vielleicht … vielleicht ist alles Bestimmung …

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 116. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/117&oldid=- (Version vom 31.7.2018)