Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/146

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Mary schrieb sehr charakteristisch:

Frauen sind Schwalben, die flattern und wandern Immer dem Glücke nach – von einem zum andern.
Mary Marlon.     

Lylian hat nichts geschrieben.

Ihre Unterschrift ist daher die beste, denn die kann ich mir nach Wunsch hinzaubern …

Der Berg ist leer. Er schläft … Nach Wochen wird zweifellos eine hohe Kommission Seiner Majestät des Kaisers von Abessinien erscheinen und wird dann alles Wichtige für das Staatsarchiv bei Blitzlicht photographieren, – wird Zeichnungen anfertigen, und selbstverständlich werden Reporter mit dabei sein und für ihre Blätter stimmungsvolle Artikel schreiben, in denen sicherlich der Satz vorkommt: „Leider traf man Mr. Abelsen nicht mehr an …“

Nein, man wird mich nicht mehr antreffen. Ich werde inzwischen mit Fennek eine neue Wanderung angetreten haben … –

Der Berg schläft, meiner Zigarre Rauch kräuselt sich über der Aschenschale, in dem Nashornschädel stecken welke Blumen – die letzten, die Lylian für mich pflückte.

Es ist totenstill ringsum. Ganz selten dringt vom Affensaal unten ein Kreischen herauf … Ganz selten vernehme ich durch die Fensterschlitze drüben in den Bergen das tiefe Brüllen eines Löwen.

Ich werde nun die Geschichte der Herrin der Unterwelt beenden.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 145. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/146&oldid=- (Version vom 31.7.2018)