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außerordentlich behende, tadellose Bogenschützen und geradezu erstaunliche Fährtensucher. Ihr Leben in der Wildnis, ein steter Kampf gegen Raubtiere aller Art, hat ihre Sinne wunderbar geschärft. Davon erhielt ich später noch übergenug Beweise.

Die Wissenschaft hat die Zwergvölker (Negrillos) zunächst als pathologisch, also krankhaft entartete Reste früherer normaler Stämme angesehen. Diese Ansicht vertrat insbesondere der deutsche Mediziner Virchow, der jedoch gegenüber dem abweichenden Standpunkt berühmter Afrikaforscher wie Schweinfurth, Fritsch, Hartmann seine Meinung nicht durchsetzen konnte. Schon die Tatsache, daß diese Kette von Negrillo-Rassen sich durch ganz Äquatorial-Afrika hindurchzieht, ferner die noch eindrucksvollere, daß in Indien, Südamerika ebenfalls Zwergvölker ähnlichen Typs nachgewiesen sind, zwingt zu dem einzig richtigen Schluß, daß es sich um besondere Menschenrassen, wahrscheinlich sogar um Reste der Urbevölkerung des Erdballes handelt …

Unsere Doko jedenfalls halte ich für eine selbständige Rasse, bei der freilich auch wieder Verschiedenheiten in Größe und Länge der Gliedmaßen je nach „Familien“ auftreten. Unsere Doko waren echte Zwerge ohne jede Entartungserscheinung, sie besaßen einen gewissen Schönheitssinn, die Neigung zum Verzieren ihrer Waffen und Freude am Putz. Perlenarmbänder, Messingringe um die Fußgelenke,

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 149. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/150&oldid=- (Version vom 31.7.2018)