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Drei Tage später, am 14. April, erschoß sich Kaiser Theodorus während eines Sturmangriffs der Engländer aus Verzweiflung über den Zusammenbruch seines Reiches. Er hatte das Kaiserreich Äthiopien gegründet, – England trieb ihn in den Tod, aber nach nur zehn Jahren innerer Wirren einte sein Nachfolger Johannes aufs neue die aufsässigen, bestochenen Fürsten und vertrieb die Fremdlinge, sein Neffe Menelik drängte auch die Italiener zurück, und heute ist Abessinien ein freies großes Land … – Was Patumengi betrifft: Er muß uralt sein. Die Doko sollen sehr langlebig sein, ich schätze sein Alter auf hundert Jahre …“

„Unmöglich …! Er ist so frisch wie …“

„Nichts ist unmöglich, Olaf … Hättest du je gedacht, daß ein Teil der Mantelpaviane … Menschen sind?! – Ich selbst wußte es nicht, obwohl … ich es mir hätte sagen müssen, denn Patumengi verehrte Lylian stets wie eine Heilige.“

„Er kannte sie also, bevor sie hierher kam?“ fragte ich etwas unüberlegt, denn die Frage hätte ich mir selbst beantworten können.

Vincent nickte. „Setz’ dich hier zu mir, Olaf.“

Ich tat es – und recht schnell, denn von drüben zischten ein paar Kugeln durch die Büsche. Die eine zerstiebte an einem Felsen, und ein Bleisplitter riß mir das Kinn auf.

„Narren!“ sagte Vincent verächtlich.

Ich trocknete das Blut mit einem Stück Moos

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 163. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/164&oldid=- (Version vom 31.7.2018)