Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/17

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Ich habe sehr gute Augen, und ich sah auch, daß sie zuweilen die Lippen bewegte, ganz wenig.

Sprach sie etwa zu den Affen?!

Plötzlich – und der Schreck fuhr mir doch in die Glieder – schob sich irgend etwas lautlos neben mich, so lautlos, daß ich erst hinblickte, als ich schon diese Neuerscheinung im Augenwinkel als Schatten empfand.

Es war ein dunkler, schlaffer Filzhut, unter dem Hut ein rosiges, rötlich-braunes Gesicht, ein winziger Schnurrbart unter einer kühnen Hakennase, und ein Paar vergnügte blanke Augen dazu.

Der Mann war ein Weißer, – er legte warnend den Zeigefinger auf die Lippen, – lautlos tat er sich nieder …

Wie ein Hauch nur flüsterte er – in etwas stolperigem Englisch:

„Das sehe ich nun zum dritten Male, Sir … Ja, zum dritten Male, und noch nie ist es mir geglückt, festzustellen woher diese Frau dort kommt und wohin sie geht … Lassen Sie sich aber durch mich nicht ablenken, – das eigentliche Mondfest der Mantelpaviane beginnt erst … Der Mond steht noch nicht hoch genug … Die Tiere finden sich hier nur immer genau bei Vollmond ein … genau … Sie irren sich nicht um einen Tag, Sir, – ich weiß das … Ich weiß noch mehr. Aber ich weiß noch immer zu wenig, zum Vergnügen hause ich nicht hier in der Wildnis …

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/17&oldid=- (Version vom 31.7.2018)