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14. Kapitel.
Das letzte Geheimnis.

Im oberen Gang lagen stets in einer Nische des Felsens eine Menge Harzfackeln bereit. Abessinien ist heute arm an Bäumen, die harzreich sind, in früheren Weltepochen müssen jedoch hier Kiefernwälder von größter Ausdehnung vorhanden gewesen sein, die in den Schluchten des Gebirges der heutigen Generation an vielen Stellen verwitterte, fast versteinerte Aststücke mit sehr dickem Harzüberzug spenden, meist keulenartige Gebilde, denen man auf den ersten Blick ihre besondere Beschaffenheit gar nicht ansieht. Die sandigen, trockenen Flußbetten, die nur in der Regenzeit für kurze Dauer Wasser führen, schwemmen diese Keulen an geröllhaltigen Engpässen haufenweise an, – man braucht den Sand kaum metertief umzugraben, und der Ortskundige wird regelmäßig auf ein Heiz- und Leuchtmaterial stoßen, das sich durch sparsames Brennen, wenn auch durch starke Qualmentwicklung auszeichnet.

Alle die hier im unterirdischen Reiche Lylian Gardens benutzten Fackeln entstammten den Schluchten rings um den Zauberberg, und hauptsächlich im Kanon lagen an den Seiten der Steilwände unter dem Geröll geradezu Unmengen dieser Dschima, wie die Wollo-Galla sie bezeichneten.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 181. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/182&oldid=- (Version vom 31.7.2018)