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Zu- und Abfluß, der für unsere Beleuchtungskörper wie ein Spiegel wirkte. Lylian war zuletzt rascher ausgeschritten, hatte die hier in den Steinwänden festgeklemmten Fackeln an der linken Wand des Domes entzündet, während Patumengi dies an der rechten Seite tat. Homra und ich blieben am Seeufer stehen.

Mit jeder neu aufflammenden Fackel wich die Dunkelheit in den tieferen Teilen der Höhle immer mehr und mehr.

Aus dieser Finsternis schälte sich so am jenseitigen Seeufer ein hoher, heller Thronsessel mit einer weiblichen Figur in farbigen Seidengewändern und einem strahlenden, übergroßen Diadem im frei zurückgestrichenen Haupthaar plastisch heraus. Neben diesem elfenbeinernen Sessel mit Elefantenköpfen und Schlangenfüßen standen drei Meter hohe Dreibeine aus blankem, rötlichen Metall, die oben flache Schalen mit Harzscheiten trugen.

Lylian entzündete auch diese Scheite.

Nun erst sahen wir alles ganz deutlich:

Die Frau war eine Mumie, ungeschickt geschminkt, um die Hautfarbe des Lebens vorzutäuschen.

Lylian hatte sich vor dem Elfenbeinsessel auf einen Stein niedergelassen, Patumengi winkte und führte uns links um den See herum über eine roh gebaute Steinbrücke und machte erst neben Lylian halt.

Der winzige greise Häuptling der Doko verneigte

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 184. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/185&oldid=- (Version vom 31.7.2018)