Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/49

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
4. Kapitel.
Der Doktor „mit Fett“.

… Vincent Tursts Behausung hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Eine solche Anspruchslosigkeit hätte ich ihm nicht zugetraut.

In einer Schlucht nach Osten zu, jenseits der Hochsteppe der Giraffenjäger, erhebt sich ein einzelner kahler Granitblock aus einer undurchdringlichen stacheligen Wildnis, die die ganze Schlucht bis zu den Rändern überzieht. Eine Laune der Natur hatte diesen Riesenwürfel oben mit dichten Gräsern, Aloebüschen, wilden Baumwollsträuchern und einem einzigen krummen Feigenbaum grün patiniert.

Hier oben haust Vincent.

Bei unserer ersten Begegnung hat er mich ein wenig beschwindelt, was sein geheimes Quartier betraf. Ich habe es ihm nicht nachgetragen, denn er – hat mich selbst getragen, und so etwas vergißt man nicht. Mit einem armen nackten Teufel, dem das Fieber in den Adern glüht und der nur noch Spukgestalten um sich sieht, meilenweit durch gefährliches Gelände dahinzuziehen, – das verbindet Retter und Geretteten besser als die scheinheiligen Bräuche der Blutsbrüderschaft …

Vincents Hütte besteht aus grünen geflochtenen Wänden, – er hat zu dieser Arbeit Zweige von

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/49&oldid=3298832 (Version vom 31.7.2018)