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den Wollo-Gallas, die er verächtlich als „abessinische Sklaven“ bezeichnet, – er ist noch heute das, was seine Väter waren: Ein Banditenführer größten Maßstabes, nur … schlauer als seine Ahnen, zivilisierter und daher diplomatischer.

Wenn er jedoch in seinem hohen Bocksattel auf noch höherem Dromedar sitzt und seine moderne Repetierbüchse über dem Schenkel hält, den Kopf zurückgebogen hat und zwischen den beiden Lücken der Vorderzähne hindurch den schrillen Pfiff erklingen läßt, der sich nicht anders anhört wie das Knallen einer sehr langen Peitsche eines Zirkusstallmeisters, – wenn sein mit dem englischen Orden geschmücktes Lieblingstier die Ohren blitzschnell nach vorn richtet und zum ersten Sprunge ansetzt und dahinfegt über die Steppe wie eine der freien, wilden Gazellen …

Oder wenn er gar – wieder ein anderer Mann mit anderem Gesicht – einen englischen Kolonialbeamten empfängt, umgeben von den Stammesältesten und einigen hundert Kriegern, – wenn der Mr. Soundso sich dann erkundigt, ob vielleicht Gabaras Leute aus Versehen eine Karawane nachts angehalten und sich Kleinigkeiten aus den mitgeführten Waren „geborgt“ hätten, dann … ja dann zwinkert Seine Hoheit der Heiitsch der Guasasso-Galla so etwas mit den Augen, spitzt die dicken Lippen, schüttelt empört den Kopf, und Mr. Soundso empfiehlt sich höflichst und weiß genau,

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 4. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/5&oldid=3298833 (Version vom 31.7.2018)