Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/60

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

er hatte es wohl längst bedauert, dir von der Riesenhöhle droben im Norden erzählt zu haben. Ich schlich an sein Lager heran, ich lockte die Wachen weg, ich konnte holen, was dein gewesen – alles! Nicht eine Kleinigkeit fehlt, Olaf … Die Guasasso merkten nichts …“ –

Vincent schlief, Fennek schlief, – ich trat vor die Hütte, ich wollte im Freien die innere Ruhe wiederfinden. Ein kleiner Vorplatz, grasbedeckt, überschattet von den Ästen des Baumes, bildet unseren Balkon, wenn man so sagen darf. Biegt man die Zweige der Büsche auseinander, dann kann man von der Höhe dieses Riesenwürfels nach Norden zu einen Teil der Hochebene und drüben die dunklen Streifen des Hochgebirges erkennen. Die Landschaft war in Mondlicht gebadet, die Tiere der Steppe ließen ihre Stimmen fernher erschallen, und gerade über mir zog ein großes Adlermännchen seine ruhevollen weiten Schleifen.

Meine aufgescheuchten Gedanken klärten sich. Unwillkürlich überprüfte ich Vincents kargen Bericht, und Zweifel stiegen in mir auf, ob alles das, was er so flüchtig angedeutet hatte, den Tatsachen entsprechen könnte. Mancherlei gab mir ein Recht zu diesem Unglauben. War es von Turst wirklich nur Bescheidenheit, dieses Einschleichen in Gabaras Dornendickicht als die einfachste Sache von der Welt hinzustellen?! – Wohl kaum … Irgend etwas Unausgesprochenes wehte über alledem – wie

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 59. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/60&oldid=- (Version vom 31.7.2018)