Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/66

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wie leer gefegt. – Alte Siedler hatten uns bestätigt, daß weder Witterungseinflüsse noch etwa das Auftauchen mehrerer Löwen oder gar Dürre hieran schuld seien. Alle Steppenkreaturen hängen an ihrem Weidebezirk, – werden sie gejagt, kehren sie meist im Kreise an den Ausgangspunkt zurück. Sie verhalten sich also genau so wie europäisches Wild, wie Rehe, Hirsche, Hasen, – nur die Renntiere meiner schwedischen Heimat machen eine Ausnahme, sie sind ausgesprochenes Zugwild.

Auch mit Vincent hatte ich bereits hierüber gesprochen. Er hatte eine Erklärung gefunden, behauptete er, – und die deckt sich mit der eines berühmten amerikanischen Tierbeobachters und Forschers. Mir erscheint sie zu weit hergeholt, zu wenig durch Tatsachen belegt. Turst meint, daß es doch die Witterung sei, die das Wild verscheuche, Witterung und besonders tiefer Luftdruck, zusammenhängend mit Störungen der Atmosphäre durch Einflüsse der Gestirne.

Mag dem sein wie ihm wolle: Die Hochsteppe war leer! Nur ein paar Hyänen drückten sich scheu beiseite, nur ein einziges Flußpferd wälzte sich in einem Moorloch und machte einen Lärm, den sich nur diese Dickhäuter leisten können, die mit jedem Löwen schnell fertig werden und die nur den Wasserbüffel fürchten, weil er behender ist als sie und ihnen die Hörner in den Wanst jagt.

Tausend Meter vor dem Dornengestrüpp der

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 65. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/66&oldid=- (Version vom 31.7.2018)