Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/69

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Der Eingang zu dieser Art Termitenhügel ist stets nach Süden gerichtet. Von Süden her wehen hier niemals kalte Stürme. Das Schlupfloch ist dazu recht klein, – Fennek hätte vielleicht hineingelangen können, ein Mensch niemals. Mithin konnte es sich nur um ein kleines Raubtier handeln, etwa einen Schakal, einen Erdwolf oder eine Pharaonsratte (Ichneumon). Aber dieser harmlosen Viecher wegen hätte mein schlauer Fennek niemals so viel Aufhebens gemacht, dazu kannte ich ihn zu gut.

Was steckte also in dem hohlen Lehmbau?!

Ich umschritt ihn nochmals.

Nirgends zeigte die Außenwand Risse, nirgends konnte etwa ein Mensch eingedrungen sein.

Ich nahm einen Ast von einem nahen Strauche, befestigte an der Spitze ein Grasbüschel, setzte ihn mit dem Feuerzeug rasch in Brand und schob diese Fackel ebenso rasch in das Schlupfloch und … wollte zurückspringen.

Es wurde kein Sprung, sondern ein Sturz, – – ich rollte hintenüber ins Gras, – irgend etwas wie eine ungeheure Sprungfeder hatte mich mitten vor die Brust getroffen und mich zurückgeschleudert. Ich verlor fast die Besinnung, – trotzdem war ich geistesgegenwärtig genug, mich noch weiter zu rollen, ich fiel einen sanften Abhang hinab, und das war mein Glück. Kaum wieder auf den Beinen, erblickte ich eine Schlange von phantastischer Größe, die, halb aufgerichtet nach mir Ausschau hielt und dann

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Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 68. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/69&oldid=- (Version vom 31.7.2018)