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6. Kapitel.
Vincent deutet an …

Ketten kann man sprengen, Kletten kann man ebenfalls loswerden, – eine Genesende darf man in dieser Wildnis nicht allein lassen, selbst wenn sie so uneigennützig drängt und mahnt wie diese Mary Marlon, die auf dem rollenden Band stets nur in Sensationsrollen zu sehen sein soll – sagt sie selbst.

„Mary, kleine Mary,“ sagte ich, „Sie haben hier nun bereits zweimal erlebt, daß zwischen Film und Wirklichkeit eine ungeheure Spalte klafft, die Sie nie überbrücken werden. Die Mantelpaviane hatten Sie fast in den Klauen, – bei dem Überfall durch die Guasasso verloren Sie vor Grauen über den blutigen Szenen das Bewußtsein … Würde ich jetzt, wo Sie noch so hinfällig sind, Sie hier allein lassen, käme sehr bald die Angst vor der Einsamkeit über Sie! Ich kenne das, Mary. Auch das Alleinsein will gelernt werden. Stellen Sie sich einmal vor, daß nachts durch den Dornengang Hyänen oder Schakale herbeikämen, – stellen Sie sich vor, ich bliebe tagelang fort und Wasser und Nahrung würden knapp und Sie müßten hinaus in die Steppe – – allein …“

Sie seufzte. „Ich bin Ihnen eine Last, Olaf.“

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 78. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/79&oldid=3298865 (Version vom 31.7.2018)