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bis zum Schluchtrand, und mittags verließen wir die uns lieb gewordene Hütte und wandten uns nach Süden – acht lebende Wesen, drei Dromedare, ein Affe, ein Fennek, ein tapferes Mädel und ein Genesender und ich – nach Süden, quer durch die Hochsteppe.

Links von uns aber wanderte eine zuweilen auftauchende kleine Herde Mantelpaviane, alles kräftige Männchen, – sie blieben immer in weiter Ferne, sie waren da, sie waren nicht abzuschütteln, denn Tursts wegen mußten wir Schritt reiten, ermüdenden, qualvollen Schritt – und mit heimlicher Wut im Herzen über diese Aufpasser, die nicht weichen wollten. –

Ich habe einmal irgendeinen in Alaska spielenden Goldgräberroman gelesen, und darin war der Todeszug dreier Männer und dreier Hundeschlitten in eisiger ewiger Nacht beschrieben, – neben den Schlitten trabten Wölfe, unermüdlich, abwartend, geduldig harrend auf den Tag, wo den Männern die Kraft und die Patronen ausgehen würden …

An diesen Roman dachte ich damals.

Hier war nicht Alaska, hier war tropisches Steppenland, und dicht neben uns wanderten die Kinder der heißen Zone, die Affen …

Unermüdlich. –

Es mag toll klingen, was ich hier niederschreibe.

Es fand nachher alles eine so einfache Erklärung.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 88. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/89&oldid=3298876 (Version vom 31.7.2018)