Seite:Die Herrin der Unterwelt.pdf/99

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Raubvögeln drüben auf den Felsnadeln und suchten Früchte. – Es war ein wunderbarer Tag, es war so viel zarte, intime und doch kraftvolle Stimmung in diesem Landschaftsbilde, daß diese Stimmung sich auf uns übertrug und uns heiter und ausgelassen machte. – Mary war ein Teufelchen. Urplötzlich kam bei ihr das „Weibchen“ zum Durchbruch, ihr kokettes, raffiniertes Spiel streifte – immer graziös bleibend – die Grenze des Erlaubten … Es gab Minuten, in denen mir recht schwül zumute ward.

Sie lag im Grase vor mir und neckte mich. Guza hatten wir abseits angekettet, er turnte fidel auf einem Steinhaufen umher …

Armer Guza mit dem zu tief gerutschten Pelzkragen!!

Gerade als Marys Augen sich förmlich in den meinen festfraßen und sie mir das lockende: „Du … du Eiszapfen, du!“ zuraunte, – gerade als ich ihre Lippen süß und weich fand wie das zarte Fleisch einer reifen Banane, – gerade da hatte der Leopard, der wohl droben flach auf einem Baumast liegend gelauert hatte, den frechen Sprung gewagt.

Der jämmerliche Todesschrei Guzas riß uns empor … Der Leopard suchte mit seiner Beute im Maul in das Dickicht zu flüchten, aber die Kette spannte sich und mein Jagdmesser fuhr der Bestie zwischen die Rippen, – Mary war mit vier Sätzen

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 98. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/99&oldid=3298887 (Version vom 31.7.2018)