Seite:Die Lesung derer Romans, als ein sehr bedenkliches Mittel seine Schreibart zu verbessern.djvu/11

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

jedoch nur in der Absicht, uns die Sprache, Geschichte, Alterthümer und Fabellehre daraus beyzubringen; da es uns denn scheint, als wenn wir des Homerus Odyssea, und des geschickten Virgilius Bücher der Aeneidos anträfen.

Wie glücklich sind wir also nicht, uns unter Ihrer treuen Aufsicht zu befinden: denn Sie führen uns nicht nur die richtigsten Wege zu der nützlichen Redekunst, sondern Sie theilen uns auch die besten Anfangsgründe mit, Sie legen uns selber die auserlesensten teutschen, lateinischen, französischen und griechischen Muster vor. Sie verlangen, daß wir uns in der Redekunst üben sollen, ja Sie lassen uns selbst gewisse Sätze ausarbeiten, die hernach öffentlich gehalten und beurtheilet werden.

Was Plinius von seinem Freunde Virginius Rufus schreibt: Exhibuit affectum parentis, trifft bey Ihnen, Hochedelgebohrner Herr, vollkommen ein. Die Moral und die gesunde Vernunft verbindet uns also, daß wir Ihnen vor solche väterliche Wohlthaten auf solche Art, wie Frankreich gegen des Herrn von Fenelon, und neulich gegen des Herrn Rollin Verdienste, dankbar wären; aber wir sind zu schwach, Sie nach Würden zu belohnen, denn uns mangeln schon die Kräfte nur eins, nämlich den unsäglichen Fleiß, den Sie in Erlernung der Redekunst gegen uns bezeugen, sattsam zu vergelten. Allein wir sind überzeugt, daß Sie unsre aufrichtigen und unverfälschten Wünsche, die wir nach Zions Höhen steigen lassen, vor die angenehmste und wichtigste Belohnung annehmen werden.