daraus entspringendes größeres Unglück hat mich verleitet, es Ihnen zu verbergen. Aber ich, der ich nunmehr schon ohne Furcht in ein anderes Leben herabschauen gelernet habe, verabscheue eine Furcht, die des andern Schaden wird, und will keinen Frieden so niederträchtig erkaufen.
Sie setzen mich in ein Erstaunen, worinn mich eine brennende Ungeduld ganz verwirret. Ach ich lese in allen ihren Blicken mein Unglück, aber nicht deutlicher, als einer der mit zitternden Augen eine Trauerpost lieset.
Sie kennen Elvirens Gemüthsart zu gut, als daß ich sie Ihnen beschreiben sollte. Ihr weniges Vermögen, D. Pedro, daß sich ihr zu der Pracht nicht zu reimen schien, in welcher sie Isabellen glänzen zu sehen wünschet, hat sie schon lange Zeit von Ihnen abgeneigt gemacht. Mehr war nicht nöthig, um Ihnen einen andern vorzuziehen, der eben viel Gut hier geerbt hat. Isabelle hat selbst ihrer Mutter nachgegeben, und die Liebe, die sonst die sicherste war, ist dadurch auf einmal wankend gemacht worden. Das ist mit wenigen Ihr
Christian Gottlieb Lieberkühn: Die Lissabonner. Ein bürgerliches Trauerspiel, in einem Aufzuge. Meyer, Breslau 1758, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Lissabonner.pdf/13&oldid=- (Version vom 22.8.2025)