Schicksal. – – Mit wenigen; denn Ihr Herz wird gewiß zuviel hinzusetzen, als daß ich mehr sagen sollte.
Gott! Welcher grausame Zufall. Wie hätte ich ihn vermuthet, so traurig auch meine Ahndungen waren. Nein! Don Diego, Sie wollen mich blos auf die Probe stellen! Aber ach zu grausame Probe, bey welcher alles auf das Spiel gesetzt wird, was nur zum Troste gereichen kann.
Nein! Nein! Liebster Pedro. Der Himmel hat mich zu stark auf die Probe gestellet, als daß ich noch verwegen genug seyn könnte, Sie auf die allergrausamste zu stellen. Was ich Ihnen gesagt habe ist mehr als zu gewiß. Sir Carl aus Aberdeen, der seit einigen Wochen sich hier aufhielt, um von den Gütern eines verstorbenen Anverwandten Besitz zu nehmen, ist ihr Nebenbuler, und seine elenden Reichthümer haben meine Gemahlinn zu sehr verblendet, als daß sie einem Gesuch widerstehen konnte, der noch durch anderer Bitten unterstützt wurde. Sie hat denselben Ihnen vorgezogen, Ihnen, dessen Abneigung
Christian Gottlieb Lieberkühn: Die Lissabonner. Ein bürgerliches Trauerspiel, in einem Aufzuge. Meyer, Breslau 1758, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Lissabonner.pdf/14&oldid=- (Version vom 22.8.2025)