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Seite:Die Lissabonner.pdf/15

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gegen eine niedrige Ehre, ihr längst misfallen hat.

Don Pedro.

Ja, mir gehen die Augen auf! Ich habe schon seit einigen Tagen etwas kaltsinniges in Isabellens Reden bemerkt, welches meine Liebe ganz anders auslegte. – – So bin ich denn ohne Hofnung verloren! Grausamer Vater, ach warum haben Sie mir doch dieses entdeckt? Hätten Sie es nicht gethan, so wäre doch mein baldiger Tod noch süß gewesen, den ich nun in seiner ganzen Marter fühlen muß.

Don Diego.

Freylich bin ich grausam gegen Sie, und wenn dieses ist, so habe ich noch eine Entschuldigung mehr, warum ich bisher geschwiegen habe. Aber jetzt mußte ich diese Grausamkeit begehen, oder sonst eine noch weit schrecklichere an mich ausüben.

Don Pedro.

Genug, Don Diego! – Ewige Vorsicht, da du mich so sehr strafen wolltest; warum wähltest du einen Zeitpunkt dazu, in welchem das Unglück anderer mich zwar gegen mein eigenes fühlloser machen kann, aber in welchem

Empfohlene Zitierweise:
Christian Gottlieb Lieberkühn: Die Lissabonner. Ein bürgerliches Trauerspiel, in einem Aufzuge. Meyer, Breslau 1758, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Lissabonner.pdf/15&oldid=- (Version vom 22.8.2025)