Seite:Die araner mundart.djvu/503

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gewesen sein. Dieser mann verwendete aber überhaupt mnȳ in allen kasus in der bedeutung ‚wife, married person‘, z. b. ȷiər ə wnȳ je ‚seine frau fragte ihn‘ (in einem von mir nach Marc O’Flaherty aufgezeichneten texte). Für einen solchen sprachgebrauch habe ich nun bei den übrigen bewohnern der insel auch nicht den geringsten anhält gefunden. Es ist also eine erfindung von Mark O’Flaherty. Wie derselbe beispielsweise nach Ihrem wörterbuche das nur in gebundener rede vorkommende æńr̥ ‚mädchen‘ auch für den alltäglichen gebrauch verwendet hat, wobei er noch die bedeutung ‚mannbare jungfrau‘ einer verrückten etymologie (ion + fear ‚des mannes fähig‘) zu liebe erlogen hat, so musste er sich natürlich auch mit dem gleichfalls nur in gebundener rede vorkommenden mnȳ ausputzen. Dass hier einfach der dativ von bæn vorliegt, wusste er ebenso wenig wie der naive bauer, der in einem solchen falle mnȳ mit bæn glossiert; also suchte er eine bedeutungsnuance. In meinen volkstümlichen belegen für den dativ mnȳ kann mit einigem guten willen immer die bedeutung ‚ehefrau, verheiratete frau‘ suchen (wenigstens soweit ich bis jetzt die belege überblicken kann). Also konstruierte er ein indeklinables mnȳ ‚wife, married person‘. Gen. plur. heisst ban, nicht bæn.“ Pedersen. Was die geschichte von dem indeklinabeln mnȳ „wife“ mit meinem wörterbuche zu thun hat, das doch nichts davon erzählt, leuchtet mir nicht ein. Ich teile mit, was ich gehört habe, und wenn das zuweilen etwas ist, was Pedersen nicht gehört hat, so steht das vielleicht im zusammenhang mit dem umstande, dass ich vier mal so lange auf Aran war, als Pedersen, d. h. den aufenthalt auf allen drei inseln zusammengerechnet. Pedersen geht von der bei ihm unausrottbaren anschauung aus, dass ich in den meisten fällen, wo ich nicht mit ihm übereinstimme, das opfer von Mark O’Flaherty’s täuschungen geworden sei. Sollte denn nie eine andere erklärung unserer differenzen möglich sein? Die beispiele mit mnȳ und bæn (gen. plur.) stammen übrigens nicht von Mark O’Flaherty, sondern von Michael Costelloe aus Inisheer. – S. 38 z. 34 lies šȧxtənə statt šāxtən̄ə. – S. 39 z. 16: „bænəltrə lies banəltrə (mir aus einem liede bekannt. Vgl. Siamsa an gheimhridh s. 113 banaltra;

Empfohlene Zitierweise:
Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 261. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/503&oldid=- (Version vom 31.7.2018)