Seite:Die indischen Eskimos.pdf/4

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sagte dieser ihm sogleich, daß kein zweiter Mensch ihm bei seinen Forschungen so mit Rat und That behilflich sein könne, als ein gewisser Soliman, der seines Zeichens Jäger wäre.

Nach einigen Tagen erschien denn auch bereits der bestellte Soliman, ein Malaye, dessen Beruf darin bestand, Expeditionen und Jagdgesellschaften ins Innere der Halbinsel zu führen.

Dieser Mann konnte allerdings viel von den Malangos erzählen und brachte auch gleich eine ganz neue, Richard sehr interessante Entdeckung mit. Soliman nämlich, der soeben zwei gelehrte Engländer, welche die Pflanzenwelt Malakas studierten, nach dem auf der anderen Seite der Halbinsel gelegenen Harronte gebracht hatte, war dort abgelohnt worden und hatte auf dem Wege quer über den Isthmus durch Zufall in einer gebirgigen Gegend eine große Grotte entdeckt, der ein kochend heißer Bach entsprang. Der Jäger konnte die geheimnisvolle Schönheit der Grotte nicht genug preisen. Nach seinen Mitteilungen hatte noch keines Weißen Fuß dieselbe betreten; und die dort herum wohnenden Malangos glaubten, wie er sagte, fest daran, daß die Grotte von Geistern bewohnt sei. Eben deswegen hielten sie auch dieselbe vor anderen Menschen geheim und erblickten in ihr ein Heiligtum, wenngleich sie auch Soliman von dem Betreten derselben nicht abgehalten hatten. Die Malangos seien übrigens, das betonte der Jäger ausdrücklich, ganz harmlose Wilde, und wenn Richard ihnen eine besondere Prämie verspräche, so würde er sicherlich der erste Weiße sein, der die Grotte mit der heißen Quelle zu sehen bekäme.

Natürlich war Richard damit einverstanden und traf nach den Ratschlägen des intelligenten Soliman seine Vorbereitungen. Er kaufte ein gutes Boot, rüstete es mit allem aus, was man zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalte in der indischen Wildnis braucht, und ging, nachdem er noch vier andere Malayen als Ruderer angeworben hatte – die schwächlichen Siamesen sind nämlich zu so etwas wenig

Empfohlene Zitierweise:
Robert Kraft: Die indischen Eskimos. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_indischen_Eskimos.pdf/4&oldid=3303657 (Version vom 31.7.2018)