Seite:Die indischen Eskimos.pdf/5

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

brauchbar – eines Morgens an Bord eines kleinen Dampfers, der die Küste entlang nach Rangun hinaufsteuerte, um diesen schon nach einer Fahrt von drei Stunden wieder zu verlassen.

Auf ein Zeichen Solimans, der die nahe, völlig mit Urwald bestandene Küste beobachtete, hatte der Dampfer gestoppt. Jetzt wurde, wie vorher mit dem Kapitän ausgemacht worden war, das Boot ausgesetzt, dann stiegen Richard und die fünf Malayen ein, und kaum hatte Soliman die Richtung angegeben, so steuerte das Fahrzeug in die Mündung eines breiten Flusses hinein.

Zu beiden Seiten lagen siamesische oder malayische Dörfer; bald wurden jedoch die Hütten spärlicher, ging die Fahrt nur noch zwischen Reis- und Baumwollfeldern hindurch, und dann begann die Region des dunklen, undurchdringlichen Urwaldes, dessen geheimnisvolle Stille am Tage nur selten von Affengeschnatter und anderen Tönen aus dem Tierreiche unterbrochen wurde, um erst in der Nacht zum geräuschvollen Leben zu erwachen.

So befanden sie sich, obwohl sie erst vierzig englische oder zehn deutsche Meilen nördlich von Phunga, einer blühenden Kulturstadt, entfernt waren, schon in einer völlig pfadlosen Wildnis, die ein Europäer allein gar nicht zu betreten wagen konnte, da er sonst darin so gut wie verloren gewesen wäre.

Soliman aber war sich des Weges sicher, er hatte ihn ja schon zu Fuß und auch in einem Ruderboote zurückgelegt; wie er sagte, hätten sie jetzt nur noch sechs Stunden zu rudern, und wenn sie dann in einen Nebenfluß eingebogen und diesen noch eine Stunde hinaufgerudert wären, würden sie nach einem Fußmarsche von abermals einer Stunde bereits heute abend die Grotte erreicht haben.

Richard hielt nun die Ruderer bei guter Laune und beobachtete zu gleicher Zeit die indische Fauna und Flora, indem er sich von dem erfahrenen Jäger darüber belehren ließ.

Gegen vier Uhr bogen sie in ein Nebenflüßchen, wo

Empfohlene Zitierweise:
Robert Kraft: Die indischen Eskimos. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_indischen_Eskimos.pdf/5&oldid=- (Version vom 31.7.2018)