Seite:Die indischen Eskimos.pdf/7

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das Ausnahmen, so wie bei uns der Hagel, und ein derartiger Regen vertritt dort auch in der That den unbekannten Hagel.

Solch ein Regenguß wurde es jetzt. Richard erhielt noch einige schmerzhafte Schläge auf den Rücken, die ihm Beulen beibrachten, dann war er, während es hinter ihm donnerte und prasselte, in dem Höhlengange geborgen.

In der Höhle war es kochend heiß, und das war kein Wunder, denn am Boden floß ein siedender Bach, der alles mit einem heißen Dampfe erfüllte. Soliman mußte die Ungefährlichkeit desselben wohl schon kennen, denn furchtlos drang er durch den Brodem, ihm nach folgten die anderen, dann wurde es wieder heller, und sie befanden sich in einer geräumigen Tropfsteinhöhle.

Neblig und sehr heiß war es hier allerdings auch noch, denn hier entsprang die kochende Quelle einer Felsenspalte, aber es war doch noch auszuhalten, denn oben an den Wänden und an der Decke befanden sich mehrere Oeffnungen, die für frische Luft und Licht sorgten.

Zunächst entdeckte Richard, daß sie nicht die einzigen Menschen waren, die hier Zuflucht vor dem Unwetter gefunden hatten. Eine ganze Familie von Malangos, bestehend aus zwei Männern, vier Frauen und fünf Kindern, befand sich noch in der Höhle.

Sie waren auf Wanderung gewesen und hatten, da ihre Furcht vor dem drohenden Orkane größer war, als die vor Geistern, hier Schutz gesucht.

Richard war sehr enttäuscht; er fand, daß die Malangos einer ihm nicht unbekannten Menschenrasse angehörten, und erkannte in ihnen echte Indier, welche noch von keiner Kultur berührt worden waren. Ihre Waffen bestanden aus Axt, Messer, Pfeil und Bogen, und zwar vertrat die Stelle des Stahles ein sehr harter, grüner Stein, den sie zu bearbeiten verstanden. Soliman redete ihre Sprache; durch seine Vermittlung konnte sich Richard mit ihnen unterhalten. Ihr Leben fristeten sie ausschließlich von der Jagd; als Zukost

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Robert Kraft: Die indischen Eskimos. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 5. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_indischen_Eskimos.pdf/7&oldid=3303660 (Version vom 31.7.2018)