Seite:Die indischen Eskimos.pdf/8

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aber dienten Beeren und Früchte, die ihnen ja in den Mund wuchsen. Unseßhaft zogen sie in der Wildnis umher und kannten nicht einmal eine Hütte, sondern höchstens ein Rindendach zum Schutze gegen den Regen.

Sie hatten eine Antilope erlegt, von der sie jetzt eine Keule kochten, indem sie dieselbe einfach in das siedende Wasser legten. Es bereitete ihnen anscheinend eine große Freude, den fremden Gästen davon anbieten zu können.

Nach dem Abendbrote, zu welchem Richard auch die mitgebrachten Konserven hatte wärmen lassen, verteilte er Tabak, den die Malangos als wilde Pflanze kannten und jetzt aus Steinpfeifen rauchten, und nachdem er dann noch die Höhle untersucht hatte, legte sich ein jeder auf den ihm passendsten Platz, und bald waren sie alle in tiefen Schlaf gesunken.

Draußen aber wütete noch immer ein furchtbarer, von Regengüssen begleiteter Orkan.




Eis und Schnee.

Richard erwachte. Bis auf das Hemd entkleidet lag er weit ab von der kochenden Quelle; dennoch aber war er über und über mit Schweiß bedeckt. Er hatte sehr gut geschlafen und fühlte sich, als hätte er ein Dampfbad genommen, wie neugeboren.

Ein Blick auf seine Taschenuhr sagte ihm, daß es schon neun Uhr sei. Da hatte er es einmal gründlich verschlafen! Diese feuchte Hitze übte eben auch die ermüdende Wirkung eines Dampfbades aus.

Was machten denn aber seine Malayen und die Eingeborenen? Seltsam, wie sich diese verhielten! Sie schliefen nicht mehr, sie lagen alle langausgestreckt auf dem Bauche, hatten das Gesicht auf die Erde gepreßt und wimmerten und stöhnten. Auch die Kinder befanden sich anscheinend in einer

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Robert Kraft: Die indischen Eskimos. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_indischen_Eskimos.pdf/8&oldid=- (Version vom 31.7.2018)