Seite:Die verzauberte Insel.pdf/18

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

zuerst. „Wir sind auf einer einsamen Insel, das müssen wir bedenken. Wißt Ihr, wie das fast aussieht? Als hätten Kinderhände im Spiel die Mauer fein säuberlich wieder abgetragen.“

„Am Ende hausen hier gar Heinzelmännchen,“ meinte Paul zaghaft, ohne jedoch ausgelacht zu werden.

„Es kann auch eine Art von unbekannten Tieren sein, die zu solch einer Arbeit befähigte Pfoten haben,“ sagte Oskar nachdenkend. „Dann aber wieder das Pflaumenbäumchen! Wie hängt das mit diesen Höhlentieren zusammen? Da möchte man wirklich, wie Paul sagt, an Heinzelmännchen glauben. Aber was ist denn das?“

Oskar war dem Ausgange der Höhle zugeschritten. Bei den letzten Worten bückte er sich, und was er aufhob, war allerdings nichts weiter als ein Schuh Pauls, an den eine Schnur gebunden war. Aber für die Robinsons bedeutete dies trotzdem ein geheimnisvolles und selbst unheimliches Rätsel. Schon bei der Schnur standen sie vor einem unlösbaren Geheimnis. Denn, wenn diese Schnur auch einige Aehnlichkeit mit Bindfaden hatte, so erklärte Oskar doch, daß sie weder aus Hanf noch aus Flachs bestände. Von ihrer Hand also war die Schnur überhaupt nicht entstanden. Wer hatte sie hierher gebracht? Wer hatte den Schuh daran gebunden, und zwar mit einem ganz eigentümlichen, höchst kunstvollen Knoten? Und wozu alles dies?

Und noch eins! Die Schnur ging am Boden aus der Höhle hinaus und verschwand um die Ecke. Dort aber hatte sie auch noch kein Ende, sondern lief die Terrasse hinab, verlor sich dann zwischen den Büschen, und wie man sie auch verfolgte, man konnte ihr Ende nicht entdecken.

„Halt,“ sagte da mit einem Male Richard, als sie sich etwa hundert Schritte von der Terrasse entfernt hatten, „das ist kein Zufall. Diese Schnur ist von einem vernünftig denkenden Wesen gelegt worden, demselben, das dies Pflaumenbäumchen pflanzte und jetzt noch pflegt, das die Mauer wieder aufbrach und das – wie wir annehmen müssen – auch

Empfohlene Zitierweise:
Robert Kraft: Die verzauberte Insel. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_verzauberte_Insel.pdf/18&oldid=- (Version vom 31.7.2018)